Letztes Pflichtspiel für Patrick Groetzki
Thrastarson-Show rettet Sieg in der Schlussminute
Die Rhein-Neckar Löwen bestreiten das letzte Heimspiel der Saison 2025/26 siegreich: Trotz eines zwischenzeitlichen Drei-Tore-Vorsprungs, wird es in der Schlussminute noch einmal richtig eng. Die Entscheidung über den Sieg fällt erst nach Ablauf der regulären Spielzeit.
In Sondertrikots starteten die Hausherren ins letzte Heimspiel der Saison: Nach 19 Jahren lief Patrick Groetzki zum letzten Mal in einem Pflichtspiel in die SAP Arena ein. So waren zahlreiche Bilder der Löwenlegende in die Trikotnummern integriert. Der 36-Jährige startete wie erwartet auf Rechtsaußen. Zudem setzte Trainer Machulla aufNothdurft,Baijens , Thrastarson, Aspenbäck, Kohlbacher und im Tor Späth. Es fehlten Jaganiac und Timmermeister.
Die Hausherren starteten motiviert in die Partie und legten schnell mit 2:0 vor. Doch die TSV Hannover-Burgdorf erkämpfte sich den Ball und konterte mit einem Doppelschlag. Beide Abwehrreihen starteten zunächst eher verhalten. So entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, in dem die Mannheimer leicht die Oberhand hatten (7:6, 15.).Nach einer von sechs Späth-Paraden der ersten Hälfte setzten sich die Löwen bis zur 18. Minute erneut auf zwei Treffer ab. Doch der Vorsprung hielt erneut nicht lange. Uscins und Steinhauser, der im Sommer an seine alte Wirkungsstätte zurückkehrt, egalisierten umgehend. Thrastarson antwortete erneut, Späth war zur Stelle und Machulla buzzerte zum Timeout (10:9, 20.). Der Löwen-Coach forderte seine Mannschaft forderte eine konzentriertere Defensivarbeit auf, hier sollte deutlich mehr investiert werden.
Auszeit der Recken
Die Ansprache zeigte ihre Wirkung: Die Hausherren packten nun beherzter zu und gingen mit einer 15:13-Führung in die Kabine. Besonders Thrastarson dominierte in der ersten Hälfte: Fünf Treffer und acht Assists waren ein Statement des isländischen Spielmacher, der an 13 der 15 Löwen-Tore beteiligt war. Besonders setzte er Kohlbacher ein, der mit sieben Treffern und einer blitzsauberen Quote aus sieben Versuchen ebenfalls glänzte.
Besserer Auftakt für die Mannheimer
Sieg nach Videocheck, Zeit war bereits runtergelaufen
Die Löwen kamen besser aus der Kabine besser aus und in die Partie: Späth parierte und Thrastarson war nach wie vor nicht zu stoppen.
So erhöhten die Gastgeber schnell auf plus Drei und verwalteten den Vorsprung in der Folge souverän (20:17, 39.). Die 7.824 Zuschauer wurden nochmal lauter, als Groetzki mit seinem ersten Wurfversuch zum 22:19 netzte (43.). Nach seinem 1.655 Bundesligatreffer gingen "Patrick Groetzki"-Sprechchöre durch die SAP Arena.
Nachdem der extra eingewechselte Mike Jensen einen Strafwurf gegen August Pedersen parierte, blieb er zwischen den Pfosten. Und obwohl der Däne nun immer wieder zur Stelle war, taten sich die Löwen nun schwerer. In einer zunehmend umkämpfteren Partie blieben die Recken dran. Gade entschärfte einen Siebenmeter vom bis dato überragenden Thrastarson und Jonathan Edvardsson sorgte für den ersten Ausgleich seit der 23. Minute (25:25, 56.).
Dramatische Schlussphase
So entwickelte sich in den verbleibenden vier Minuten erneut ein offener Schlagabtausch. Die Hausherren legten vor, die Hannoveraner glichen umgehend aus. Nach der dritten Jensen-Parade hatten die Löwen einmal mehr die Chance zur Zwei-Tore-Führung. Machulla stellte sein Team mit einem Timeout auf die letzte Spielminute ein. Doch Gade parierte gegen den eingelaufenen Groetzki und die Recken versuchten es nach einer Auszeit von Juan Carlos Pastor mit dem siebten Feldspieler.
Leif Tissier tankte sich zum Ausgleich durch.
Gästetreffer fand keine Anerkennung mehr
Den Löwen blieben noch 20 Sekunden. Aspenbäck netzte, doch es waren noch sieben Sekunden auf der Uhr. Der Treffer von Weber landete zwar im Netz, allerdings zu spät und nach Ansicht der Videobilder wurde der Treffer nicht gegeben. Der letzte direkte Freiwurf landete im Block. So durften die Löwen beim Groetzki-Abschied über einen 29:28-Krimisieg jubeln.
Content: Michael Kaiser vom 03.06.2026
Fotos: Daniel Meyer