Titelverteidiger gegen Rekordsieger
Bayern führen zur Pause nach Stanways Treffer vom Punkt
Drei Wechsel bei den "Wölfinnen" gegenüber dem 4:2 Auswärtserfolg in Freiburg. Bjelde, Popp und Peddemors ersetzen Levels, Kielland und Endemann (alle Bank).
Bei FC Bayern gibt's vier Änderungen gegenüber dem 2:0 gegen Frankfurt. Mahmutovic beginnt im Tor für Grohs. Ebenso rücken Tanakawa, Kett und Eriksson für Ballisager, Simon und Caruso in die Startformation.
Der Auftakt dieses Prestige-Duell kam eher behäbig daher. Erste kurze Aufregung im Strafraum in der 12.Minute nach einer Ecke von Bühl. Stanway köpfte die Kugel aufs Tor und reklamierte in Folge lautstark. Ihrer Meinung nach konnte die Wolfsburger Abwehr nur mithilfe einer Hand klären. Das sah die Unparteiische allerdings anders, kein Elfmeter.
Erste Standardsituation im Spiel, 18.Minute und Bühl schlenzte die Kugel aus halbrechter Position in den Strafraum. Der Ball blieb am ersten Kopf der Niedersachsen hängen. Wolfsburgs eigentlich aussichtsreiche Kontersituation machte Huth mit einer unpräzisen Flanke zunichte, nachdem Beerensteyn zuvor mehrere Münchnerinnen hatte aussteigen lassen.
Die erste Torchance des Titelverteidigers kaum regelrecht aus dem Nichts. Bühl wurde in der 22.Minute auf dem linken Flügel nicht konsequent angegangen und brachte eine Flanke in Richtung des zweiten Pfostens. Dort lief Harder ein, die den Ball aus knapp sieben Metern rechts am Tor vorbeischob.
In der 32.Minute wurde Johannes dann doch einmal getestet. Nach einer schicken Kombination im linken Halbraum kam Bayerns Amani aus zentraler Position frei zum Abschluss, ihr Schuss hoppelte aber in die Arme der Wolfsburger Torfrau. Keine Gefahr.
Mahmutovic musste in der 37.Minute zum ersten Mal eingreifen, und das sofort doppelt. Erst faustete die Keeperin eine Wolfsburger Ecke aus dem Fünfmeterraum, im Nachgang kam dann Lattwein per Dropkick zum Abschluss. Ihren strammen Schuss ließ Mahmutovic zwar abprallen, nutzen konnte diese kleine Unsicherheit auf Wolfsburger Seite niemand. Die beiden Finalisten branden hier bisher kein Feuerwerk ab. Kein Team ging ins volle Risiko. Verständlich, bei der Wichtigkeit dieser Partie. Trotzdem würde man sich als Zuschauer etwas mehr Aktion auf dem Rasen wünschen
Elfmeter FC Bayern München
Plötzlich, in der zweiten Minute der Nachspielzeit, meldete sich der VAR. Minuten zuvor kam Tanikawa nach einem Doppelpass mit Gwinn im Wolfsburger Sechzehner zu Fall. Beerensteyn hatte sie mit einer etwas zu optimistischen Grätsche von hinten getroffen. Was zunächst nach einem gespielten Ball aussah, bewertete Schiedrichterin Wildfeuer jetzt neu: Elfmeter für die Bayern.
Stanway blieb vom Punkt cool. Johannes ahnte zwar die Eck, konnte aber den präzisen Schuss der Münchnerin nicht aus dem linken unteren Eck kratzen. 1:0 für den Titelverteidiger.
Fast der Doppelschlag für die Münchnerinnen (45.+5.). Wieder war Tanikawa beteiligt, die den Ball im Wolfsburger Sechzehner unbedrängt aus der Luft pflücken konnte. ihren Querpass konnte Harder aber aus fünf Metern nicht im Tor unterbringen, weil Linder die Kugel stark von der Linie kratzte
Halbzeit in Köln.
Eine Klatsche für die Wolfsburgerinnnen
Bayern deklassieren die Damen des VfL mit 4:0
Keine Wechsel in Köln mit Wiederanpfiff. Zwei wilde Aktionen der Münchner Abwehr hatten keine Folgen, Man merkte dem VfL kurz nach der Halbzeit aber an, dass man hier noch lange nicht die Segel streichen wollte. Die Abwehrreihe stand höher und auch das Pressing sah konsequenter aus.
Die Bayern hatten den Schwung der letzten Minuten vor der Halbzeit in der Kabine gelassen. Eine erste Halbchance hatte erneut Tanikawa, die am Elfmeterpunkt abschließen konnte. Ihr Schuss landete allerdings am Oberschenkel von Klüver. Johannes konnte die Kugel aufnehmen (58.). Eine Minute später, erster Wechsel auf Seiten der Wölfinnen. Für die weitestgehend unsichtbare Lattwein kam Endemann ins Spiel.
Harder mit zweitem Treffer für die Bayern
Eine Stunde gespielt und Harder nutzte ihre dritte große Möglichkeit und traf. Nach einer Flanke aus dem linken Halbfeld durch Eriksson setzte sich die Stürmerin im Rücken von Klüven ab und nickt aus spitzem Winkel, aber kurzer Distanz, ein. Johannes konnte in dieser Situation nicht mehr reagieren..
Drei Minuten später (63.) fast eine Antwort der Wölfinnen. Endemann erlief sich ein wenig Platz am linken Strafraumrand, wurde von Viggosdottir und Gwinn dann aber in die Zange genommen. Ansonsten wäre es zum Eins gegen Eins auf Mahmutovic gekommen, die bereits aus ihrem Kasten geeilt war. So wurde die Situation bereinigt. Auch wenn der VfL zuvor noch nie ein Pokalfinale abgegeben hatte, schien das 0:2 ihnen augenscheinlich jedoch die Hoffnung auf ein Comeback genommen zu haben.. Stattdessen wieder die Bayern: Kett wollte von der linken Grundlinie flach und zentral an den Sechzehnerrand zurücklegen, ein Wolfsburger Bein machte ihre Idee aber zunichte (66.). In der 72.Minute ein dreifacher Wechsel bei Wolfsburg: Minge wurde durch Kjelland ersetzt, Janou Levels kam für Bjelde und Dijkstra löste Kleinherne ab.
Dritter Treffer Bayern durch Tanikawa
Das Spiel schien in der 78.Minute entschieden. Harder schickte im halblinken Raum die schnelle Bühl, die ihrer Stürmerin eigentlich die Kugel zurückgeben wollte. Durch ein Wolfsburger Bein landete der Ball jedoch am zweiten Pfosten, wo die perfekt positionierte Tanikawa nur noch einzuschieben brauchte. Das sollte dann die letzten Zweifel beseitigen. Zwei Minuten später auch ein doppelter Wechsel der Münchnerinnen. Harder bekam Standing Ovations und die italienische Nationalspielerin Cardoso erhielt noch ein paar Final-Minuten. Auch Tanikawa ging, Imade ersetzte sie (80.). In der 83.Minute ging es weiter mit den Wechseln auf Seiten des kommenden Pokalsiegers.
Eriksson und Kett durften früher zum Duschen, Simon und Gilles durften sich noch etwas zeigen.
Traumtor FC Bayern München zum Abschluss
Jetzt wurde gezaubert! Circa 20 Meter vor dem Tor legte sich die eingewechselte Cardoso den Ball zum Freistoß zurecht und zirkelte ihn elegant mit der Innenseite ins linke Eck. Beim Gegner war allerdings ein eindeutiger Spannungsabfall zu erkennen: Die Mauer des VfL sprang gar nicht mehr hoch und auch Johannes sah in der Situation nicht gut aus.
Die Schiedsrichterin hatte dann ein einsehen, verzichtete auf jegliche Nachspielzeit. Der Abpfiff erklang und der alte Pokalsieger ist auch der neue Titelträger.
Content: Michael Kaiser vom 14.05.2026
Fotos: Brück