In der Zwickmühle

Die Verjüngung als Schutz vor konkreten Zielen 

Beim pfälzischen Traditionsverein ist ein vermeintlicher Strategiewechsel zu erkennen:
Hatte man in den vergangenen Jahren noch konkrete Ziele ausgegeben, unter Markus Anfang der einstellige Tabellenplatz (was erreicht wurde), unter Torsten Lieberknecht sollte es eine bessere Platzierung werden als in der Vorsaison.  Jetzt plötzlich hört man neue Töne und das Zauberwort heißt "Verjüngung".

Flucht vor konkreten Zielen
Was zunächst toll klingt, ist für mich eine Mogelpackung. Bei dem Blick auf den Kader hätten sich die Verantwortlichen wohl schwergetan, ein Ziel auszurufen, da man nach dem 6.Platz dieser Runde dann ganz nach oben hätte schielen müssen. 

Druck vom Kessel nehmen
Genau hier liegt aber das Problem. Zu offensichtlich waren diese Saison, trotz des anständigen Tabellenplatzes, die Defizite. Speziell auswärts gab es Aussetzer, die dringend abzustellen sind. Bevor man sich dann Druck schafft, nimmt man sich, zumindest eine Saison lang, in puncto "Druck" eine Auszeit und macht das Ziel eines jüngeren Kaders aus. Dies gilt in der Branche als die wohl am ehesten akzeptierte Entschuldigung für ein Versagen. Dieses Szenario ist durchaus denkbar, da sich Baustellen auf allen Positionen im Kader auftun. Auch offen bleiben Rückkehr und Verfassung von Torjäger Ivan Prtajin. 

Die Verpflichtungen von Tazemeta und Knesevic passen exakt in das Muster. Die Vita der beiden Talente schaut anständig aus, lässt aber Luft in alle Richtiungen. Für mich erscheint es nur schwer vorstellbar, dass diese beiden jungen Spieler eine tragende Rolle spielen können. 

Von daher bleibt es die komplette Transferperiode abzuwarten und dann konkrete Aussagen zu treffen. Was aber klar ist, ist der Umstand, dass das System jährlicher Trainerwechsel irgendwann ein Auslaufmodell ist und sich dann auch die kritischen Blicke und Fragen auf die sportliche Leitung richten werden. 

Content: Michael Kaiser vom 19.06.2026
Foto: Brück